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Gründen in Deutschland: Wachsende Bereitschaft, hohe Hürden

Gründen in Deutschland: Wachsende Bereitschaft, hohe Hürden

Die Zahl der Gründungsinteressierten in Deutschland steigt wieder. Gleichzeitig zeigen Studien, dass viele junge Unternehmen nicht an der Idee, sondern an Bürokratie, Finanzierung und fehlender Vorbereitung scheitern. Eine internationale Umfrage liefert dazu aufschlussreiche Einblicke.

Gründungen nehmen zu – Strukturen bleiben anspruchsvoll

Rund zehn Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung in Deutschland haben in den vergangenen Jahren ein Unternehmen gegründet oder einen Gründungsversuch unternommen. Dabei verlagert sich das Gründungsgeschehen zunehmend auch in kleinere Städte und Regionen. Digitale Geschäftsmodelle und flexible Arbeitsformen ermöglichen neue unternehmerische Ansätze jenseits klassischer Start-up-Hubs.

Internationale Umfrage zeigt zentrale Problemfelder

Eine im Auftrag der Neobank bunq durchgeführte internationale Umfrage macht deutlich, wo viele Gründungen ins Stocken geraten. Rund 60 Prozent der Befragten bewerten den Gründungsprozess in Deutschland als schwierig. Besonders häufig unterschätzt werden bürokratische Anforderungen, Liquiditätsbedarf und steuerliche Belastungen.

Bürokratie und Finanzplanung als Risikofaktoren

Rund 40 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer zeigten sich überrascht vom Umfang rechtlicher Vorgaben – vom Handelsregister über Datenschutz bis hin zu Genehmigungsverfahren. Ebenso häufig wurde der Kapitalbedarf zu niedrig kalkuliert. Steuerliche Vorauszahlungen führten bei knapp einem Viertel der Befragten zu unerwarteten finanziellen Belastungen.

Ein Team aus vier Personen arbeitet gemeinsam im Büro an einem Laptop und bespricht ein Projekt zur Unternehmensgründung.
Gründen in Deutschland – Wachsende Bereitschaft – hohe Hürden

Vorbereitung als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor

Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung strukturierter Vorbereitung: realistische Finanzplanung, frühzeitige Beratung und klare Prozesse gelten als zentrale Erfolgsfaktoren. Unternehmen, die diese Aspekte berücksichtigen, reduzieren nicht nur wirtschaftliche Risiken, sondern erhöhen auch ihre langfristige Stabilität.

Positive Effekte überwiegen trotz Belastung

Trotz der genannten Herausforderungen berichten rund 70 Prozent der Befragten von positiven Effekten der Selbstständigkeit. Neben wirtschaftlicher Unabhängigkeit spielen persönliche Entwicklung, Entscheidungsfreiheit und Sinnstiftung eine zentrale Rolle.

Zur Datengrundlage

Die Ergebnisse basieren auf einer internationalen Online-Befragung, die im Oktober 2025 vom Marktforschungsinstitut Pollfish durchgeführt wurde. Befragt wurden insgesamt 2.491 Unternehmerinnen und Unternehmer aus den Niederlanden, Deutschland und Frankreich. Ziel der Erhebung war es, typische Herausforderungen im Gründungsprozess sichtbar zu machen und diese im europäischen Vergleich einzuordnen.

Auftraggeber der Untersuchung ist die europäische Neobank bunq, die sich auf digitale Bankdienstleistungen für Privatpersonen und Unternehmen spezialisiert hat. Das Institut arbeitet stark technologiegetrieben und setzt unter anderem auf den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Kundeninteraktion sowie in internen Prozessen.

Bunq gehört zu den größeren Akteuren im europäischen Neobankenmarkt und erhielt als erste neue Bank seit mehreren Jahrzehnten eine europäische Banklizenz. Als eine der wenigen Neobanken in der EU erreichte das Unternehmen strukturelle Profitabilität. Im Herbst 2025 folgte mit dem Markteintritt in den USA ein weiterer Expansionsschritt.
Weitere Informationen: https://www.bunq.com

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